Das ausschweifende Leben der Päpste in Wort und Bild.

Wenn es auch nicht ganz neu ist, so liest man doch immer wieder mit Erstaunen wie tiefgreifend sexdurchdrungen sich das Leben der Päpste gestaltete.

Im Mittelalter

In chronologischer Reihenfolge vergnügte sich zunächst Papst lnnozenz I. Anfang des 5. Jhs. ausschließlich mit pubertierenden Mädchen. Anfang des 10. Jhs. bestieg Papst Sergius III. den Heiligen Stuhl. Er zeugte mit der Grafentocher Marozia einen Sohn, der später als Johannes XI. ebenfalls Papst wurde. Angeblich herrschte sie viele Jahrzehnte über den Kirchenstaat und kommandierte einige Päpste.

Möglicher Tod von Papst Johannes XII.
„Phantasievolle Darstellung der Art und Weise, wie Johannes XII. zu Tode kam.“ (Quelle: Wikipedia)

Gipfel der Geschichte ist, dass auch ihr Enkel, Johannes XII., Papst wurde.

Er war bei der Papstwahl noch nicht (oder gerade erst) 18 Jahre alt und wurde später wegen seines unzüchtigen Lebenswandels exkomuniziert und abgesetzt.

Angeblich unterhielt er ein Bordell in der Peterskirche.

In der Neuzeit geht es lustig weiter…

Marozia war beileibe nicht die einzige berühmte Kurtisane der Geschichte, die im Namen der eigentlichen Fürsten schaltete und waltete.

Niederschlag in der Kunst findet vor allem Imperia, Mätresse der höchsten Würdenträger und eigentliche Herrscherin während des Konzils zu Konstanz (1414 – 1418).

Raffael, "Sappho"
Raffael, „Sappho“

Die Dichterin Sappho in Raffals Fresken in den Stanzen des Vatikanpalastes aus dem frühen 16. Jahrhunderts soll die berühmte Kurtisane darstellen.

Und Honoré de Balzac (mit Gustave Doré) widmete ihr in seinen „Tolldreisten Geschichten“ (1832 – 1837) ein ganzes Kapitel:

„La belle Impéria“

Gustave Doré um 1832
Gustave Doré um 1832

Auch die gleichgeschlechtliche Liebe innerhalb höchster kirchlicher Kreise reicht lange zurück. Um 1450 starb Papst Paul II. während eines Geschlechtsaktes mit Lustknaben nachdem er sich vorher am „Folterschmerz von nackten Männern erregte“.

Hermann Kaulbach - Lucrezia Borgia tanzt vor ihrem Vater Papst Alexander VI.
Hermann Kaulbach – Lucrezia Borgia tanzt vor ihrem Vater Papst Alexander VI.

Etwa 50 Jahre später empfing Alexander VI., berüchtigter Borgia-Papst, angeblich allnächtens 25 Freudenmädchen und trieb es nebenbei mit seiner jungen Braut Giulia, seiner Tochter Lucrezia sowie deren Mutter und Großmutter.

Der wahrscheinlich letzte ausschweifende Kirchenoberste war Gregor XVI.

Er lebte um 1850 froh und heiter mit der Frau seines Barbiers und hatte mit ihr sieben Kinder.

Nach ihm kehrte dann etwas Ruhe ein, was vor allem auf den Machtverlust der katholischen Kirche zurückzuführen ist.

Der Papst und seine Töchter
Der Papst und seine Töchter

Päpste wachten stets über ihr Personal

Sexuelle Handlungen der Kirchenmänner wurden von ihren Päpsten stets streng verfolgt und mit schweren Strafen geahndet. Dabei war die Kirche unglaublich erfinderisch. Von tage- bis jahrelangem Fasten über Sex-Steuer, Folter und gar Kastration war im Laufe der Jahrhundert vieles möglich und opportun.

Und die Kirche war zu allen Zeiten nicht nur am Sexualleben des Klerus sondern auch an dem ihrer Schäfchen beteiligt.

So verbot Papst Alexander VII. Eheleuten im 17. Jahrhundert den Zungenkuss und es gab Zeiten, da man seine eigene Frau nicht nackt sehen durfte.

Schilderungen aus dieser Zeit

Cesare Baronio, Renaissance-Kardinal und Geschichtsschreiber, beschrieb diese Zeit in seinen „Annales Ecclesiastici“ als „saeculum obscurum“. Noch anschaulichere Namen für diese Zeit sind „Hurenregiment“ oder „Pornokratie“. Sie alle berufen sich auf jene Zeit als es die Mätressen der Päpste waren, die in Rom das Sagen hatten.

Francesco Petrarca schildert anschaulich die Zustände als die Gegenpäpste in Avignon residierten (Avignonesische Papsttum von 1309 bis 1376). Für ihn war die Epoche eine einzige grosse Orgie verbunden mit Machtkämpfen: „Eine Stätte des Kummers, eine Schande der Menschheit, einen Pfuhl des Lasters … eine Kloake, in der sich der Schmutz und Dreck des Weltalls angesammelt hat“.

Auch der französischer Kirchenhistoriker Claude Fleury beschrieb diese Epoche um 1700 nicht gerade in rosigen Farben. Er berichtet, dass Kirchgängerinnen gleich welchen Alters und Aussehens vor Vergewaltigungen nicht sicher gewesen wären.

UND HEUTE…

Die wohl neueste Darstellung befindet sich in Konstanz, ein Werk des Bildhauers Peter Lenk von 1993.

Eine mächtige, voluptuöse Imperia hält die winzigen Figuren von Kaiser und Papst in ihren Händen wie Spielbälle.

Eine Allegorie der Jahrhunderte währenden Kurtisanenherrschaft.

Peter Lenk - "Imperia"
Peter Lenk – „Imperia“

Auch heute noch bestimmt die Kirche, was in sexueller Hinsicht gottgefällig ist und was nicht. Ganz so wie in einem Cartoon von Marc Murphy auf zwei Gesetzestafeln geschrieben:

1.  DEIN SEXLEBEN IST UNSERE SACHE
2.  UNSER SEXLEBEN GEHT DICH NICHTS AN

Und abschließend:

„Ist es nicht eine gold’ne Zeit wenn der Papst auf der Nonne reit’t?“

Unbekannte Herkunft – aber sehr witzig!

Quellen: Spiegel, Focus, Wikipedia

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