Alte Meister und mehr

Angeregt durch den großartigen Wilhelm Busch, aber auch durch einige alte Meister, entstand diese Sammlung witziger Texte und Bilder. Es gibt viel Heiteres zu sagen über das Malen.

Schon das 16. Jahrhundert war reich an Kunstwerken, die zumindest ein Lächeln entlocken, aber auch in Staunen versetzen. Einer der berühmtesten Vertreter war wohl Giuseppe Arcimboldo (1526 – 1593).

Dieser herausragende Künstler schuf mit seinen erstaunlichen Kompositionen von Gemüse, Obst, Blumen und mehr beeindruckende Porträts, auch hochgestellter Persönlichkeiten wie „Vertumnus“, ein Porträt von Kaiser Rudolf II. Besonders genial und auch erheiternd finde ich das Bild des Gärtners, das von oben und von unten betrachtet werden kann und einmal den Gärtner und einmal einen Blumenkopf darstellt.

Arcimboldo - Der Gärtner
Arcimboldo – Der Gärtner

Frührenaissance oder Russland heute?

Nicht ganz unwitzig finde ich die unglaubliche Ähnlichkeit von Giovanni Arnolfini mit Wladimir Putin. Das Porträt entstand allerdings schon 1435 und stammt von Jan van Eyck.

Jan van Eyck Giovanni Arnolfini 1435

Von der Herzogin zur Katze

Quentin Massys -Ugly Duchess

Schon vor Arcimboldo, nämlich 1513, entstand Quentin Massys Porträt der “Ugly Duchess” oder „A Grotesque Old Woman“ (National Gallery, London).

Nun hätte dieses Gemälde eigentlich nichts in meiner Sammlung zu suchen, denn die arme Frau litt an einer Krankheit und Massys war unzweifelhaft von der Hässlichkeit fasziniert.

Tatsächlich aber hat dieses bemerkenswerte Gemälde Sir John Tenniel zu seiner „Chesterfield Cat“ („Grinse-Katze“) inspiriert, eine seiner wunderbaren Illustrationen in Lewis Carrols „Alice im Wunderland“.

Für mich der Inbegriff des Grinsens.

(Quelle: The Guardian, 2008).

John Tenniel-Cheshire Cat

Um beim Katzen-Thema in der Malerei zu bleiben, hier noch das wunderbar ironische Gemälde von Frederick Dielman vom Ende des 19. Jahrhunderts, das er „Die Witwe“ nannte. (Quelle: Wikipedia)

Frederick Dielman - Die Witwe

Renaissance-Erotik

Um nochmals in die Renaissance zurückzukehren. Auch das folgende Gemälde hat für mich einen gewissen humoristischen Einschlag. Es ist wohl die un-erotischste erotische Darstellung, ich je gesehen habe. Ob das damals so gemeint war oder nur heute auf mich so wirkt, liegt wohl im Auge des Betrachters.

Es ist das Bild eines unbekannten Künstlers und zeigt wahrscheinlich Gabrielle d’Estrées und ihre Schwester, die Herzogin von Villars.

Es entstand um 1594 und befindet sich im Louvre.

Gabrielle d’Estrées und eine ihrer Schwestern

Alte Meister neu interpretiert

Die alten Meister waren und sind oft und gerne manipuliert worden. Besondere Kunstwerke entstanden vor allem mit Photoshop. Stellvertretend für alle steht hier die genial gemachte Variation von Albrecht Dürers Porträt der Mutter (1490) von bambampitbull.

Das Malen bei Wilhelm Busch

Das wohl berühmteste humorvolle Werke über das Malen ist Buschs „Maler Klecksel“. Hier einige Zitate:

Ich bin daher, statt des Gewinsels,
Mehr für die stille Welt des Pinsels…

Ich blinzle, nicke: »Ah, scharmant!
Das Kolorit, die Pinselführung,
Die Farbentöne, die Gruppierung,
Dies Lüster, diese Harmonie,
Ein Meisterwerk der Phantasie.

Wer hat die Reihe deiner Väter
Seit tausend Jahren oder später
So meisterlich in Öl gesetzt?
Wer wird vor allen hochgeschätzt?
Der Farbenkünstler! Und mit Grund!
Er macht uns diese Welt so bunt.

Und aus „Der heilige Antonius von Padua“:

Ein hoffnungsvoller junger Mann
Gewöhnt sich leicht das Malen an! – …

…Recht nützlich ist die Malerei,
Wenn etwas Heiligkeit dabei.

Und noch einige passende Zitate

Nicht jeder, der den Pinsel in die Hand nimmt und Farben verquistet, ist ein Maler.

Gotthold Ephraim Lessing

Malen ist nicht schwierig, solange man nichts davon versteht.
Wenn man diese Kunst aber begriffen hat, dann wird man gefordert.

Edgar Degas

Hätte Gott keine Frauenbrüste gemacht,
wäre ich vielleicht nie Maler geworden.

Auguste Renoir

ZUR STARTSEITE